Internet und Politik
Ein Thema, das mich schon länger beschäftigt, ist der Nutzen des Internets für die Politik. In loser Folge werde ich hier Dinge, die ich spannend finde, aufschreiben.
Das Internet als Quelle
Bevor ich mich an die heiß diskutierten Themen wage (Spenden, Einfluss der Blogosphere, Obama’s Strategie für Regieren 2.0) möchte ich einen Aspekt beleuchten, den ich genauso spannend finde.
Das Internet bietet Unmengen an Daten, die für die Vorbereitung von Kampagnen (nicht nur in der Politik) interessant werden könnten. Es gibt natürlich auch schon Firmen, die damit Geld verdienen.
Quellen
Google Insights erlaubt es, die Statistiken über die Suchen, die bei Google durchgeführt worden sind, abzufragen. Dabei kann man sich Zeit, Suchbegriff und Region runterbrechen lassen.
Als Beispiel kann man hier sehen, dass der Südkurier in den Google-Suchen klar vor der Schwäbischen Zeitung, aber knapp hinter der Badischen Zeitung rangiert und dass der Schwerpunkt der Suchen nach dem Südkurier aus Konstanz kommt. Als weiteres Beispiel kann man hier sehen, dass Facebook das StudiVZ bald eingeholt hat. Außerdem scheint “wkw” schwer im Kommen zu sein.
Es lässt sich aber auch vorstellen, dass man die Nachfrage nach den Bundestagskandidaten in einem Wahlkreis misst, um - zugegebenermaßen auf Umwegen - etwas über deren Bekanntheit zu erfahren. Nicht sehr genau, aber viel billiger als eine Telefonumfrage.
Oder Themen - Die Finanzkrise hat den Klimawandel als Thema abgelöst. Das lässt sich sicher auch für weniger offensichtliche Dinge nutzen.
Für Deutschland kurzfristig noch nicht ganz so relevant, aber auf jeden Fall auch sehr spannend ist das neue Lexicon von Facebook. Im Moment ist es noch sehr eingeschränkt nutzbar, aber beispielsweise kann man sehen, dass die Beiträge auf den öffentlich zugänglichen Pinnwänden, die sich mit Obama oder Politics befassen, seit dem Wahltag deutlich positiver geworden sind.
Unternehmer
Eine Firma, die sich hier in Cambridge mit dem Thema befasst, ist SocialSphere. RapLeaf war auch schon für Wahlkämpfe tätig. RapLeaf verbindet die Daten aus verschiedenen Social Networks und erstellt einem so zu jedem Namen, denen man ihnen gibt, detaillierte Interessenprofile. Da in den USA Wählerlisten und Parteianhängerschaft öffentlich zugänglich sind, lassen sich beispielsweise sehr schnell zusätzliche Daten zu bestehenden Listen generieren, die dann eine interessengerechte Ansprache ermöglichen. Nur ein Beispiel, wo die Offenheit der Daten in den USA ziemlich erschreckend ist.
Blog
Der Standard-Blog in den USA zum Thema Internet und Politik ist übrigens TechPresident - für Tipps zu deutschen Blogs zu diesem Thema wäre ich sehr dankbar.