Äthiopisches Mädchen, Löwen, Joshua Bell und das schnelle Internet

schwerdtfeger am 21. Februar 2012 um 20:33

Wie vermutlich viele andere nutze ich Facebook, um mitzubekommen, was meine Freundinnen und Freunde so lesen und dann dort posten. Dabei kommt dann immer mal wieder das Gefühl: ‘”Das habe ich doch schon mal gelesen!”

Meistens handelt es sich nur um eine Verzögerung von Wochen, etwa weil ein Hoax (”Facebook hat wieder etwas ganz Böses getan, aber hier naht Rettung”) in eine andere Sprache übersetzt wurde. Manche Meldungen sind jedoch fast so alt, wie Facebook selber und tauchen doch wieder auf.

Datum der AP-Meldung zum Äthiopischen Mädchen

Datum der AP-Meldung zum Äthiopischen Mädchen

Da ist die Geschichte von dem äthiopischen Mädchen, dass von Löwen bewacht wurde.

Betrachtet man die Datumsangabe bei dem Artikel, so stellt man fest: 21. Juni 2005. Es ist erstaunlich, wie alt diese Meldung tatsächlich schon ist — das Mädchen ist jetzt also inzwischen eine 19-jährige Frau.

Mir ist nicht ganz klar, ob jemand die Meldung nur ausgegraben hat, weil er/sie immer noch interessant findet, oder ob die Meldung von einer Suchmaschine wie Google-News zufällig wieder angezeigt wurde.

Fast noch spannender finde ich, dass das Washington Post Experiment mit Joshua Bell wieder die Runde macht:

Die Facebook-Geschichte über Joshua Bell

Die Facebook-Geschichte über Joshua Bell

Markus Brandl hat am Fasnachtssamstag 2012 ein unscharfes Foto eingestellt und dazu die Geschichte erzählt, wie Joshua Bell “an einem nasskalten Januarmorgen” in der U-Bahn von Washington D.C. musizierte.

Er erklärt, dass es sich dabei um ein Experiment der Washington Post gehandelt hat, bei dem ein hervorragender Musiker in der U-Bahn spielte, um herauszufinden, ob sich seine Qualität dort durchsetzt.

Das Experiment fand aber nicht etwa im Januar 2012 statt, sondern bereits am 12. Januar 2007. Der Artikel zu dem Experiment hat einen Pulitzer-Preis bekommen.

Trotzdem ist auf irgendwelchen Wegen der alte Artikel wieder populär geworden: Am 11. Februar 2012 hat ihn jemand auf “5 minutes à tuer” ausgegraben, vielleicht in Folge der Erwähnung im Boston Globe?

Wie auch immer die Geschichte wieder aufwachte und jetzt durch die verschiedenen Sprachversionen um die Welt mäandert — entscheidend scheint mir bei beiden Geschichten zu sein, dass sie zeitlose Nachrichten transportieren. Aber interessanterweise ist es einfacher, die Aufmerksamkeit zu erregen, wenn sie nicht nur für den Leser und die Leserin neu sind, sondern auch als neu empfunden werden.

“Vor fünf Jahren ist in der Metro von Washington D.C. ein spannendes Experiment durchgeführt worden” hätte wahrscheinlich niemanden zum Weiterlesen animiert — wer lässt sich schon gerne erzählen, das etwas ganz wichtig ist, und außerdem schon lange bekannt …

Gedanken zur sich verändernden Demokratie

schwerdtfeger am 3. Oktober 2011 um 13:13

Die New York Times hat in der letzten Donnerstag mit einem Artikel über die neuen Protestbewegungen aufgemacht. Der Unmut über die Arbeit der gewählten Repräsentanten wachse, daher gingen jetzt weltweit (insbesondere Jugendliche) auf die Straße. Die Demokratiebewegung in den arabischen Ländern und die Proteste gegen die Sparpolitik in Griechenland und Spanien werden genauso als Beispiele eines globalen Trends genannt wie die Ausschreitungen in London und ein Hungerstreik in Indien.

Schließlich wird als eine Ursache die Kultur des Internet genannt. Yochai Benkler wird zitiert:

Es handelt sich hier um die Generation der 20- bis 20-jährigen, die es gewohnt sind, sich selber zu organisieren. Sie glauben, dass das Leben partizipativer sein kann, dezentraler, weniger abhängig von traditionellen Organisationsmodellen, sowohl in Staaten als auch in Konzernen. Das waren die dominanten Konzepte in der Industriegesellschaft, und sie sind es nicht mehr.

Micah L. Sifry merkt trocken an, dass der Artikel auch ein paar Jahre früher hätte erscheinen können. Ansonsten fragt er, ob es irgendwelche Einwände gegen den Artikel geben könne.

Ich will hier also versuchen, ein paar Dinge zu nennen, die mich in dem Artikel und der Diskussion über die sich verändernde Demokratie stören.

Zunächst mal werden eine ganze Reihe von unterschiedlichen Ereignissen verglichen, die nicht notwendig vergleichbar sind. Zudem ist es so, dass es sich beispielsweise bei dem Hungerstreik und bei den Ausschreitungen um Phänomene handelt, die schon seit langem existieren und bei denen mir auch nicht klar geworden ist, inwiefern eine neue Kultur der Selbstorganisation (geschweige denn der gezielte Einsatz neuer Kommunikationstechnologien zur Unterstützung dieser Selbstorganisation) zum “Erfolg” beigetragen hat.

Weiterhin wird prominent festgestellt, dass die Proteste Ausfluss der Verachtung von repräsentativer Demokratie sind. Die Revolutionen in Nordafrika mal beiseite gelassen (dort gab es vorher gar keine Demokratie), ist keinesfalls klar, dass jeder, der gegen aktuelle Regierungspolitik protestiert überzeugt ist, dass Wählen nichts bringt. Demonstrationen können durchaus auch ein Mittel sein, zwischen Wahlen eine Position so zu formulieren, dass sie von den derzeit Gewählten (und der Opposition) gehört wird. Auch die übrige Bevölkerung soll natürlich beeinflusst (wachgerüttelt) werden.

Schließlich steht mir der Schluss von der Wirtschaft auf die Politik etwas zu sehr im luftleeren Raum. Benkler hat hervorragend dargelegt, dass die Produktion von Information und Kultur nicht mehr kapitalintensiv ist. Daher sind auch die Regeln der industriellen Produktion nicht mehr zeitgemäß. Aber Archon Fung hat inzwischen sehr gut beschrieben, warum die Mechanismen Produktion von Information und Kultur zu wirtschaftlichen Zwecken nicht eins zu eins mit denen zu politischen Zwecken vergleichbar sind.

Dabei nennt er zwei wichtige Gründe.

Einerseits sei das Interesse beispielsweise von Amazon höher, Kundenempfehlungen zu veröffentlichen. Hier sind die die Interessen gleichgerichtet, nämlich möglichen Käufern eines von vielen Produkten die Chance zu geben, sich über dieses Produkt zu informieren. In der Politik sei das Ziel Bürger, die sich beteiligen dagegen häufig, den Politiker bzw. seien Position zu kritisieren. Daher halte die Politik die Beteiligungsmöglichkeiten häufig sehr klein. Dieses Argument scheint mir auch in der öffentlichen Diskussion zumindest implizit akzeptiert und verarbeitet zu sein — der Ruf der Piraten noch Transparenz und anderem Politikstil macht sie genau wegen dieser Logik von Politik zu Anti-Politikern und als solche eben für einen signifikanten Teil der Wählerschaft attraktiv.

Das andere Argument ist, dass auch die Interessen der Bürgerinnen und Bürger oft auseinandergehen, wenn es um Politik geht. Wer ein Buch bei Amazon bewertet, kann davon ausgehen, dass auch andere grundsätzlich ähnliche Kriterien anwenden. Bei Wikipedia gibt es einen umfassenden Katalog an Regeln, was einen guten Artikel ausmacht, was relevante Fakten sind, und was eben im Umkehrschluss auch nicht in einen Wikipediaartikel gehört.

Gerade bei politischen Diskussionen beschränkt sich Wikipedia aus gutem Grund auf einen Neutralen Standpunkt und stellt lediglich die Argumente beider Seiten dar. Es gibt eben letztlich keine richtige Politik (im Sinne von Policy), die sich objektiv ermitteln ließe. Daher lässt sich das Internet hervorragend zur Organisation gleichgerichteter politischer Interessen (Obama soll Präsident werden) nutzen, während es noch keine Beispiele gibt, in denen das Internet eine neue Qualität in die Formulierung von Politiken gebracht hat. Allenfalls werden ältere Ideen der Bürgerbeteiligung wie Planungszelle und Bürgerhaushalt durch den Einsatz des Internet einfacher und billiger umgesetzt (was ein positiver Beitrag des Internet ist).

Ich befürchte, dass sich aus den Möglichkeiten, gemeinsame Interessen einfacher zu koordinieren, der Trugschluss ergibt, dass hier herkömmliche Wege repräsentativer Demokratie vollständig ersetzen können, wenn die alten Mächte nur einen Schritt zur Seite machen. Und aus einem solchen Trugschluss heraus kann dann die Unzufriedenheit mit dem, was das politische System produziert, umschlagen in eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit dem politischen System, ohne dass es schon eine echte Alternative gibt.

Mitmachen! Die SPD öffnet sich

schwerdtfeger am 6. August 2011 um 19:57

Dieses Wochenende beschäftige ich mich gleich doppelt mit der neuen SPD. Zunächst mal ist da der Onlineantrag der SPD. Zum Thema Arbeiten und Wirtschaften in der Digitalen Gesellschaft kann jeder, der sich anmeldet, einen Antrag mitformulieren.

Wie Nico Lumma finde ich auch, dass da jeder mitmachen sollte, der eine Meinung zum Thema hat.

Und heute war ich dann bei der Regionalkonferenz zur Parteireform in Ravensburg. Nachdem in den Medien ja berichtet wurde, dass die Basis da sehr kritisch ist, stellte es sich vor Ort ganz anders da. Von etwa 100 anwesenden Genossinnen und Genossen waren viele positiv, auch bei dem sensiblen Thema Vorwahlen. Lediglich ein Genosse befürchtete, dass durch Vorwahlen das Ende der SPD eingeläutet würde.

Es wurde betont, dass sich die Partei öffnen müsse, und dass hierfür die Beteiligung von Nichtmitgliedern im Vorfeld der Aufstellung von Kandidaten und Kandidatinnen für öffentliche Ämter und Mandate eine Möglichkeit sein kann. Einigkeit herrschte auch, dass das nicht das alleinige Allheilmittel ist.

Der oben angesprochene Online-Antrag ist ein anderes solches Mittel — ich bin gespannt, wie die Resonanz in der (Online-)Bevölkerung ist.

Bush, der Plagiator

schwerdtfeger am 15. November 2010 um 22:12

Am Freitag zeigte die Huffington Post, einer der Blogs die auch im Weißen Haus Pressevertreter akkreditiert haben, dass an mehreren Stellen in George W. Bushs Buch “Decision Points” Zitate identisch oder sehr ähnlich mit vorherigen Büchern sind. Bush habe also abgeschrieben.

Das war dann heute auch in deutschen Online-Publikationen nachzulesen (beispielsweise Spiegel Online und sueddeutsche.de). Schade finde ich nur, das Bob Woodward, von dem große Teile abgeschrieben sein sollen, sich schon am Samstag gegenüber dem im politischen Washington unerlässlich Playbook beruhigend zu Wort gemeldet hatte: Man habe halt auf die gleichen Quellen zurückgegriffen, unter anderem auch auf das Transkripts eines langen Interviews, das Woodward mit Bush geführt hat.

Ich finde es ja gut (ganz unironisch), dass sich am Wochenende keiner die Mühe macht, jede Meldung über den Teich zu tragen. Aber es wäre doch schön, wenn man dann am Montag erst nach ein bisschen eigener Recherche seinen Artikel schreibt…

Die gierigen Politiker? Oder auch nicht …

schwerdtfeger am 2. März 2010 um 01:07

Soeben lese ich bei Spiegel Online, dass viele der 622 Abgeordneten Nebentaetigkeiten nachgehen. In den Kommentaren kocht die Volksseele hoch, und ich frage mich, ob ich unsere Abgeordneten im Wahlkreis Konstanz zur Rede stellen sollte.

Wer sich naeher interessiert, kann sich genauer schlau machen, es gibt eine komplette Liste. Und immerhin 161 Abgeordnete finden sich hier. Das sind wohl eine Menge, aber macht immerhin 461 ohne Nebeneinkuenfte. Also suche ich:

  • Friedrich, Peter (Konstanz) : Nicht zu finden, also keine Nebeneinkuenfte
  • Jung, Andreas (Konstanz): Nicht zu finden, dafuer aber der ausgeschiedene Abgeordnete Johannes Jung aus Karlsruhe — und es ist auch mit Klick auf den zugehoerigen Link welcher “Nebentaetigkeit” der ehemalige Abgeordnete nachgehen soll … der andere Jung hat eine Nebentaetigkeit der Stufe 3 gehabt (ueber 7.000 EUR im Monat), Skandal, der war doch sogar Minister, wie hat der denn Zeit dafuer? Achso, der Ministerjob war die Nebentaetigkeit (das erklaert vielleicht sein Amtsverstaendnis, aber ist irgendwie auch kein Beweis fuer die Gier der Politiker)
  • Homburger, Birgit: Nicht zu finden, keine Nebeneinkuenfte

Zumindest in unserem Landkreis also kein Grund zur Aufregung …

Studieren bei Praktikern

schwerdtfeger am 17. August 2009 um 10:18

Inzwischen habe ich auch das zweite Semester an der Harvard Kennedy School erfolgreich hinter mich gebracht. Neben meinen Kursen (Demokratietheorie, Soziales Kapital, Kandidieren und Wahlkampfmanagement, Vision 2020: Informationspolitik unter Berücksichtigung des öffentlichen Interesses, Umfragen und öffentliche Meinung) habe ich wieder an einer Studiengruppe des Instituts für Politik teilgenommen.

Dabei handelt es sich um eine nachahmenswerte Idee: In jedem Semester werden sechs sogenannte Fellows eingeladen, zu einem selbstgewählten Forschungsthema an der Kennedy School zu forschen. Voraussetzung ist praktische Erfahrung im Bereich Politik. So war im vergangenen Semester mit der Autorin und Aktivistin Rose Styron erstmals eine Künstlerin vertreten. David Plouffe, der Wahlkampfleiter des US-Präsidentin Barack Obama hat ein einwöchiges Kurzprogramm absolviert. Ich habe bei dem Republikaner und ehemaligen Kongressabgeordneten Jim Ramstad eine Studiengruppe belegt.

Jeder der eingeladenen Fellows bietet einmal wöchentlich eine Diskussion in seinem Spezialgebiet an — im Falle von Jim Ramstad die Gesundheitspolitik mit einem Schwerpunkt auf Sucht- und psychischen Erkrankungen. Während es schon hervorragend ist, direkt mit den Praktikern über ihr Lieblingsthema zu diskutieren, ist der eigentliche Clou, dass diese ihr persönliches Netzwerk nutzen, um weitere spannende Praktikerinnen und Praktiker an die Uni zu holen. So war Gelegenheit mit dem Vorsitzenden des Ways and Means-Ausschusses (der wichtigste Ausschuss im Kongress), Charles Rangel über die Gesundheitsreform zu diskutieren, oder von dem Abgeordneten Patrick Kennedy einerseits zu lernen, wie unpopuläre Themen wie die Gleichstellung von Suchtkrankheiten im Gesundheitssystem trotzdem Gesetz werden können.

Auf Überparteilichkeit wird dabei großer Wert gelegt — was aber nicht bedeutet, dass die Diskutanden mit ihrer Meinung hinter dem Berg halten würden. Es bedeutet, dass ein Jim Ramstad als Republikaner eben auch Demokraten zu den Diskussionen einlädt.

Auf der neuen Seite des Bundestags gibt es gerade eine Serie “Abschied vom Bundestag” — vielleicht kann ja der eine oder die andere an die Uni Konstanz gelockt werden? Weiß jemand, was Renate Schmidt jetzt vorhat? Aber auch ein Wahlkämpfer wie Michael Spreng hat vielleicht irgendwann mal Lust, seine Memoiren zu schreiben …

Umzug des Bereichs Internet und Politik

schwerdtfeger am 6. Juni 2009 um 10:05

Ich habe auf wahlkampfmanager.org meinen ersten Beitrag zum Thema Internet und Politik verfasst. Künftig werde ich meine Beiträge zu diesem Themenbereich dort veröffentlichen, hier geht es dann nur noch um meine Zeit an der Harvard Kennedy School.

Da ich nicht der fleißigste Blogger bin, lohnt es sich vermutlich bei Interesse, den entsprechenden RSS-Feed (siehe Wikipedia) zu abonnieren:

Dinge, die ich gut finde, obwohl sie im Allgemeinen als Blöde verschrien sind

schwerdtfeger am 7. März 2009 um 00:06

Dieser Beitrag bei Citronengras hat mich über meine eigene Liste nachdenken lassen. Voilà:

  1. Ruppaner
  2. Kommunalpolitik
  3. Kreisliga C
  4. Haferflocken
  5. Winter Games

Shopping / Versteigerung

schwerdtfeger am 2. Februar 2009 um 21:46

Nun hat also mein zweites Semester hier in Harvard begonnen. Die ersten beiden Tage waren Shopping Days. Damit sich die Studierenden vor der Kurswahl ein Bild über die Kurse machen können, finden an den ersten beiden Tagen die Vorlesungen nicht in den üblichen 80-Minuten-Blocks statt, sondern es gibt zu jedem Kurs zwei identische, 30-minütige Probevorlesungen.

Gerade wenn sich Kurse zeitlich überschneiden, die beide interessant klingen, hat man so die Möglichkeit, zumindest zwei Kurse ab der ersten Vorlesung voll mitzubekommen. Neben den ausführlichen Kursbeschreibungen, die es schon im Vorfeld im Internet gibt, erhält man dort noch einmal vom Professor / von der Professorin einen Überblick über den Inhalt des Kurses, den voraussichtlichen Arbeitsaufwand und den Umfang der Prüfungsleistungen.

Wertvoll ist es auch, die Lehrenden live zu erleben - letztlich ist auch die persönliche Chemie wichtig für eine gute Kurswahl.

Dann kommt der nächste Schritt: Die Kurswahl. Das ist relativ einfach, allerdings kann es dann immer noch passieren, dass Kurse überbucht sind - so belege ich ein Seminar über Sozialkapital, bei dem über 40 Leute einen der 16 Plätze haben wollten.

Diese Kurse gehen dann in eine Versteigerung - bis Freitagmittag muss jeder angeben, wieviele Punkte er / sie auf welchen Kurs bieten möchte. Dafür erhält jeder Punkte, die am Anfang des Studienjahres zugeteilt werden.

Da ich im letzten Semester keinen der überaus begehrten Kurse belegt habe (beispielsweise bei CNN-Kommentator David Gergen), war ich in einer guten Position - ich hatte noch meine gesamten Punkte für die Versteigerung über. Ich habe jedoch zur Sicherheit darauf verzichtet, auf einen Kurs zu Medien, Macht und Politik zu bieten.

Das Versteigerungssystem wird ständig kritisiert - und es ist ärgerlich, wenn, wie es eben auch passieren kann, durch das Aufsplitten der eigenen Punkte am Ende keiner der gewünschten Kurse erlangt wird. Andererseits ist das eigentliche Problem nicht das Versteigerungssystem, sondern die Tatsache, dass Seminare eine Maximalgröße haben und auch der größte Vorlesungssaal nur 170 Leute fasst. Die persönliche Atmosphäre in besonders beliebten Kursen lässt sich dann nur durch künstliche Beschränkungen herstellen.

Ein weiteres Problem in diesem Semester war die Wahl im November - einige der beliebtesten Professorinnen und Professoren (z. B. Lawrence Summers, Samantha Power, Ashton Carter) sind nach Washington gewechselt und deren Kurse werden in diesem Semester nicht angeboten.

Ich bin zum Glück von beiden Problemen (fast) verschont geblieben und freue mich auf mein neues Semester.

Internet und Bürgerbewegungen

schwerdtfeger am 6. Dezember 2008 um 15:11

Hier gibt es einen Hinweis auf einige - englischsprachige - interessante Videos für jeden, der seine Bürgerbewegung oder sein Thema im Internet voranbringen will.


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